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Kein Supermarkt auf der grünen Wiese
Für einen (weiteren) Versorgungsmarkt in Troisdorf Bergheim. Wir sind keinesfalls gegen eine Erhöhung der Einkaufsmöglichkeiten und vermehrte Angebotsvielfalt. Für die Gemeinde und die Bürger ist die Ansiedlung zusätzlicher Gewerbe vorteilhaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Generierung von Steuereinnahmen. Wir wünschen lediglich, dass diese Maßnahme zukunftsorientiert und unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte durchgeführt wird.
Das aktuelle Bauvorhaben umfasst einen Supermarkt mit 1700m² Verkaufsfläche und 133 Parkplätzen – zu erwarten wären mindestens 1000 PKW pro Tag –, direkt am Ortsausgang von Troisdorf Bergheim. Ein denkbar schlechter Standort für einen Supermarkt dieses Umfangs in einem dörflich geprägten Ortsbild.
Das zu bebauende Grundstück grenzt südlich unmittelbar an einen geschützten Landschaftsbestandteil, nördlich an ein kleines Wäldchen, in welchem viele Vogelarten ein Refugium finden. Der tägliche Betrieb des Supermarktes mit den zu erwartenden hohen Abgasemissionen würde die Ruhe der Tiere selbst im geschützten Landschaftsbestandteil erheblich stören. Jedoch nicht nur die Tiere hätten unter der Belastung zu leiden – in unmittelbarer Nähe halten sich viele Kinder auf, die nun Abgase statt frischer Luft atmen müssten.
Zusätzlich zur Verschmutzung der Luft würde die starke Lärmbelästigung durch das erhöhte Verkehrsaufkommen die Ruhe des bislang naturbelassenen Wald,- Wiesen- und Ackerlandes und der vielen angrenzend wohnenden Familien immens stören. In Anbetracht der erweiterten Ladenöffnungszeiten in NRW ist mit einer täglichen Belastungsdauer von 14 bis 17 Stunden zu rechnen – sozusagen rund um die Uhr.
Wir widersprechen dieser Urbanisierung von bislang intakter, zusammenhängender Natur und neu geschaffener, ökologisch geprägter Neubausiedlung vehement.
Den privaten Bauherren der unmittelbar angrenzenden Neubausiedlung „Am Krausacker“ wurden seitens Stadt und Land strenge Umweltanforderungen auferlegt. Darunter: Das Anlegen von Rigolen und Regenwassersammelbecken, einer strikten Pflanzordung und Schaffung von grünen Ausgleichsflächen. Dies steht im starken Widerspruch zur Versiegelung einer Fläche in der Größe des geplanten Parkplatzes – die keine 20 Meter entfernt liegt.
Der Bau des Supermarktes in der geplanten Form hätte eine signifikante Wertminderung der Grundstücke zur Folge. Dass eine 5-Jahres-Bindung an die Grundstücke im Zusammenhang mit einem Grundschuldeintrag zugunsten der Stadt Troisdorf besteht, stellt viele Eigentümer vor die Wahl: Entweder Lärm und Abgase dulden oder starke finanzielle Verluste hinnehmen. Beides ist aus unserer Sicht untragbar.